„Wenn Du mir gehörst“

von v. Michael Robotham, erschienen im Goldmann Verlag, übersetzt aus dem Englischen v. Kristian Lutze

Spannender Thriller bis zum Schluß

Guter Thriller bis zum Schluss

Es ist mein erster Thriller von Michael Robotham und ich bin nicht enttäuscht worden.

Worum geht es:

Der jungen Londoner Polizistin Philomena McCarthy, von Freunden/Freundinnen und Kollegen einfach Phil genannt., steht eine große Karriere bevor. Bis sie zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen wird. Denn der Täter ist ein hochdekorierter Detective, der seine Geliebte Tempe schwer misshandelt hat. Als Phil diese zu schützen versucht, wird sie vom Dienst einstweilen suspendiert. Zumindest Tempe zeigt sich dankbar: Die beiden Frauen werden trotz Warnungen enge Freundinnen und sind bald unzertrennlich.

Doch allmählich wird Phil misstrauisch: Etwas an der Geschichte von Tempe scheint nicht zu stimmen. Ist Tempe wirklich ein unschuldiges Opfer? Spätestens, als eine Leiche in Phils Umfeld auftaucht, weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann.

Das Cover ist zeitlos und macht dennoch neugierig. Es ist ein Cover, dass mich im Buchladen ebenso anspringt wie auch als Ebook. Es hat etwas Geheimnisvolles, etwas Gruseliges.

Der Schreibstil liegt mir. Er ist knackig und gut gewählt, so dass man langsam in die Geschichte mit hineingezogen wird. Der Spannungsbogen ist gut, denn was als langsame Geschichte anfängt endet in einer Überraschung, mit der ich niemals gerechnet hätte. Immer wenn ich davon ausging, “nun bin ich hinter ein Geheimnis gekommen“ wird der Plot wieder flotter und ich bin wieder auf der falschen Fährte.

Und so bleibt es wirklich interessant und wird dann zu einer, finde ich, rasanten Fahrt durch die Geschichte der drei/vier Hauptprotagonisten; das ist ebenfalls ein Umstand der mir gut passt. es sind nicht all zuviel Personen, welche im Plot vorkommen, diese sind aber zunächst warmherzig und ehrlich dargestellt und ich habe das Gefühl sie zu kennen. auch die an manchen Stellen vorherrschende Naivität nehme ich den einzelnen Protagonisten ab, obwohl ich es manchmal nicht verstehen kann.

Mit voranschreitenden Kapiteln erhöht sich auch die Spannung, die Psychospielchen und es wird rasanter und klarer, so denke ich, aber weit gefehlt. Rasant ja, klarer nein. Erst ziemlich zum Schluss „fällt bei mir der Groschen“, wie alles zusammenhängt. Allerdings gibt es zum Schluß eine Überraschung, mit der ich im Leben nicht gerechnet habe.

Aus meiner Sicht ein guter, wenngleich ein bisschen langatmiger, dennoch unterhaltsamer Thriller, der sich mit jeder Seitenzahl lohnt.

Für mich eine Leseempfehlung und vielleicht auch ein “Must-read“ für alle Thrillerfans.

„Die Wahrheit über ihn“

von Greer Hendricks u. Sarah Pekkanen, erschienen im Rowohlt Verlag, übersetzt aus dem Engkischen von Alice Jakubeit

Ein wirklich guter Plot, aber aus meiner Sicht schlecht umgesetzt

Es hätte ein toller und großartiger Thriller werden Können, aber so habe ich mich durch 180 von 270 Seite gequält in der Hoffnung, dass noch einmal etwas Spannendes geschehen würde. aber der Gefallen wurde mir nicht getan und so langweilte mich das Buch und ich brach es ab.

Zur Story:

Vanessa: Das perfekte Leben, das war einmal. Seit der Scheidung von Richard ist sie ein Wrack. Nur ein Gedanke hält sie aufrecht: seine Hochzeit mit der anderen zu verhindern.
Nellie schwebt im siebten Himmel: Ausgerechnet sie, die alles andere als ein aufregendes Leben führt, hat sich der attraktive, charismatische Richard ausgesucht. Alles wäre perfekt, gäbe es da nicht Dinge, die aus dem neuen Heim verschwinden. Und diese Frau, die sie beobachtet.
Emma: «Ich weiß, du wirst mir nicht glauben, aber du musst die Wahrheit über Richard erfahren.» So beginnt der Brief, den sie eines Tages erhält. Emma ist skeptisch, jeder weiß, dass Nellie von Richard besessen ist. Und wohin das führen könnte (Quelle: Kurzbeschreibung des Buchs)

Grundsätzlich ist hier reichlich Stoff, für Spannung, Action und Cliffhanger, aber leider wird jede gute Chance vertan, diese zu nutzen.

Und so erfahre ich zwar jede Menge von Vanessa, aber irgendwann langweilt mich diese Frau. ich kann es fast nicht mehr ertragen, wie sie vor sich hin leidet. Sicherlich ist eine Depression eine ernstzunehmende Krankheit, aber auf 180 Seiten sich immer zu wiederholen wie toll und schön alles gewesen ist, ohne im Plot irgendwie weiterzukommen, war mir dann einFach nicht genug. sorry.

Aus meiner Sicht zu langatmig und ohne Spannung erzählt. leider verschenkte Zeit dieses Buch zu lesen.

„Herzblut“

v. holger Klüpfel und MichaelKobr, ersienen im Knaur TB Verlag

Wieder spannend bis zum Schluss; entweder man mag den “Klufti“, oder auch nicht!

Ich geb‘s ja zu, dass ich die Kluftinger-Krimis einfach gut finde. Es ist nicht so ansrengend geschrieben, humorvoll. mit den Sorgen und Nöten der jeweiligen Charakteren gespickt, und es gibt noch einen Kriminalfall dazu, der es dieses Mal in sich hat.

Zur Geschichte des siebten “Kluftinger-Krimis“:

Kluftinger ist sich sicher: Bei einem anonymen Handyanruf, der ihn ausgerechnet während einer Pressekonferenzen seines Chefs erreicht, wird er Zeuge eines Mordes. Dies komme nur von den „Alpträumen von zu viel Schweinsbraten“ behaupten die Kollegen süffisant, und so ermittelt Kluftinger auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut, aber keine Leiche.

Da überschlagen sich die Ereignisse: Mehrere brutale Mordfälle, anscheinend ohne Zusammenhang, erschüttern das Allgäu. Als dann doch noch der Großteil des abgängigen Toten auftaucht und Kluftinger endlich herausfindet, was all die Verbrechen verbindet, ist es fast schon zu spät … 
Dabei steht er auch privat unter Druck: Seit Tagen leidet er unter heftigem Herzstechen und befürchtet sofort das Schlimmste. Eine demütigende Untersuchung bei Erzfeind Doktor Langhammer scheint das zu bestätigen. Doch der Kommissar ist entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aber ob fleisch- und kässpatzenarme Ernährung und ein Yogakurs da die richtigen Mittel sind?

(Quelle; Amazon.de)

Wieder einmal begeistert mich die Art und Weise, wie der Krimi geschrieben ist. Ja mit der Zeit kennt man die Charaktere , die einem ans Herz gewachsen sind, mit all ihren Ecken, Kanten und auch Sorgen und Nöten. Sei es im Beruf oder privater Natur. und in beiden Fällen hat unser Kommissar Kluftinger dieses mal mehr als genug davon mit sich herumzuschleppen.

Humorvoll bis ernst beschreiben die Autoren, wie sich das Team von der Kripo Kempten so langsam und spannend dem Finale nähert. Wieder gespickt von Wendungen, die ich so nicht erwartet habe.
Und dieses Mal mit einem starken Show-down, spannend bis zum Schluss.

Wer einen leichten, humorvollen aber dennoch verstrickten Regionalkrimi sucht, ist hier goldrichtig. Vor allem, dass im Anhang befindliche Wörterbuch “Allgäuerisch-Deutsch, Deutsch -allgäuerisch“ ist sehr lesenswert.

Eine klare Leseempfehlung.

„Blut schweigt niemals“

v. Stephan Harbort, erschienen im Droemer TB Verlag

Interessant und spannend geschrieben. ein Muss für „true crime Fans“.

Das erste Sachbuch zum Thema Cold Cases – Pflichtlektüre für alle True-Crime- und Krimi-Fans!
Die Akten „setzen schon langsam Schimmel an“ in den Archiven, so lange liegen die Fälle zurück. Und dennoch sind viele, allein in Deutschlanf ca. 1200 Fälle, noch immer ungeklärt.

Wenn keine Spur zum/zur Täter:In führt, wenn nichts mehr geht, wenn die Ermittlungen eingestellt werden müssen, dann spricht man von einem „Cold Case“. Die Gerichtsakten der „kalten Fälle“ vergilben in den Archiven der Ermittlungsbehörden, dicke, prall gefüllte Stehordner voller grausiger Details, mit Bildern blutbesudelter Leichen, zertrümmerter Schädel oder abgetrennter Körperteile. Und auf der letzten Seite findet sich stets der obligatorische Vermerk des Staatsanwalts: „Ein Täter konnte nicht ermittelt werden. Das Verfahren wird vorläufig eingestellt.“
Etwa 95 Prozent aller bekanntgewordenen Morde werden aufgeklärt. Zehn bis 20 Tötungsdelikte können pro Jahr hierzulande nicht aufgeklärt werden. Über tausend Fälle in den vergangenen Jahrzehnten. Diese „Cold Cases“ werden von Spezialisten der Mordkommission bewertet, ob Hinweise übersehen oder Ermittlungsansätze nicht erkannt worden sind, oder ob nun nach all den Jahren mit neuester Kriminaltechnik alte Asservate erfolgversprechend untersucht werden können.
In seinem Buch erzählt Stephan Harbort spektakuläre Cold Cases, die in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland aufgeklärt werden konnten, und spricht dabei alle Facetten dieses Themas an – authentisch, spannend, empathisch, informativ.
Stephan Harbort, Jahrgang 1964, ist Kriminalhauptkommissa, führender Serienmord-Experte und Bestseller-Autor. Er sprach mit mehr als 50 Serienmördern, entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Gewalttätern und ist Fachberater bei TV-Dokumentationen und Krimi-Serien.

(Soweit die Kurzbeschreibung des Buches)

Ein wirklich interessantes Buch. geschrieben ohne Schnörkel und ohne Schi-Schi.

Es wird nichts beschönigt, nichts dazugedichtet, nichts weggeleassen. Es ist einzig auf Tatsachen aufgebaut. Interessant, wie die Kriminaltechnik mit den neuesten Methoden, nach all den Jahren, es schafft die Fälle (meistens) aufzuklären. Dies geschieht allerdings nur dann, wenn ausreichend Zeit dafür vorhanden ist, oder die vermutlichen Verdächtigen noch leben.

Leider sind es auch Fälle, bei denen den Täter:Innen kein Mord bewiesen werden kann und somit gilt es nur als Totschlag, und der verjährt nunmal nach 20 Jahren. Leider. somit können die Täter:Innen nicht jedesmal belangt und “dingfest“ gemacht werden und leben weiterhin unter uns.

Meine Nachbarin, das unbekannte Wesen.


im Anhang befindet sich zusätzlich eine äußerst interessante und aufschlußreiche Statistik.

Ein tolles, kurzweiliges Sachbuch und eine absolute Leseempfehlung !

„Schutzpatron“

v. Volker Klüpfel & Michael Kobr, als Hörbuch erschienen im Osterwold Audio Verlag

Interessanter sechster Fall, leider erwas langatmig, aber mit überraschendem Ende


Dies ist mein sechster Kluftinger-Fall. ich mag ihn einfach, diesen Allgäuer Kommissar mit seiner eigenen Art die Dinge in die Hand zu nehmen und seine Fälle zu lösen.

Kurz zur Geschichte:


Endlich kehrt der prachtvolle Burgschatz mit einer Reliquie von Sankt Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus, zurück.

Vor Jahrzehnten wurde unter der Burgruine Kalden der sagenhafte Schatz gefunden und ging auf weltweite Ausstellungsreise nun muss Kluftinger an einer Arbeitsgruppe teilnehmen die eigens für die Sicherung der Kostbarkeiten gegründet wurde: Priml, dachte sich Kluftinger, dabei hatte er doch im Moment ganz andere Probleme, zum Beispiel den Mord an einer alten Frau aufzuklären der zunächst als natürliche Tod eingestuft wurde, oder hat das gerade mit dem aktuellen Fall zu tun? Kluftingers Nachforschungen werden dadurch noch erheblich erschwert dass sein eigenes Auto gestohlen wurde was er aus Scham allerdings allen verschweigt; den Kollegen und sogar seiner Frau Erika.

Das bringt ihn mehr als einmal in Schwierigkeiten. Vor allem natürlich, wenn Doktor Langhammer mit von der Partie ist.

Wieder besticht dieser Kriminalfall durch die Art des Kommissars Kluftinger, knifflige Fälle aufzuklären.
Der Krimi ist wieder einmal flüssig geschrieben, jedoch dieses Mal sind einige vermeidbare Längen zu bemängeln. Nichts desto trotz gelingt es dem Autorenpaar wieder einmal mit Charme und Humor den Leser bei der Stange zu halten. Die Hauptfigur, unser Kommissar Kluftinger bringt sich jedoch jedes Mal wieder selbst in Bedrängnis, und lässt kaum ein Fettnäpfchen aus, alles durch seine ureigene allgäuer Art.

Wieder schaffen es die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr, dass durch die vielen Schauplätze im Krimi Selbiger nicht langweilig ist. Auch die Kombinationsgabe des Hauptprotagonisten, die Vielzahl der Nebenprotagonisten, die mindestens genauso interessant sind wie unserer Kommissar, beleben diesen Krimi. Ein ausgeklügelter Fall eines Diebstahls hält die Kriminalpolizei bis zum Schluss auf Trab, aufgrund der vielen Wendungen, die es wieder einmal bis zum Schluss gibt und den Krimi mit allen Beteiligten so interessant, spannend und wieder einmal humorvoll beschreibt.

Zu allem Überfluss muss sich Kommissar Kluftinger noch um einen Mord kümmern, Der zunächst als normaler Tod eingestuft wurde. Hängt dieser Mord am Ende mit dem eigentlichen Fall zusammen? Zu allem Elend wird noch das Auto vom Kommissar Kluftinger gestohlen, und so hat unser Kommissar alle Hände voll zu tun.mit Klufti wirds nicht langweilig.

Mein Fazit:

Es ist wieder einmal ein humorvoller und interessanter, aber auch bis zum Schluss durch die Wendungen spannender Krimi.

Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder man mag den Allgäuer Kommissar Kluftinger oder man mag ihn eben nicht. In diesem Fall muss ich mich aber ganz klar für Kommissar Kluftinger aussprechen, da ich selbst aus dem Allgäu stamme und den Dialekt einfach nur genial finde. Wieder eine Leseempfehlung trotz einiger Längen im Krimi.

„Achtsam morden“

v. Karsten Dusse, erschienen im Heyne Verlag

Schwarzer Humor von seiner besten und unterhaltsamsten Seite. Genial !!!

Immer wieder bin ich das vergangene Jahr über dieses Buch gestolpert, sei es im Buchladen, im Internet oder bei diversen Rezensionen und Gesprächen. Endlich habe ich es geschafft, das Buch zu lesen und ich bin wirklich überrascht im positiven Sinn!

Um was geht es:

Björn Diemel, mehr oder weniger erfolreicher Strafverteidiger wird von seiner Ex-Frau dazu verdonnert einen Achtsamkeitskurs zu absovieren, ansonsten darf er seine Tochter nicht mehr sehen. auch ringt sie ihm das Versprechen ab, während der gemeinsamen Vater-Tochter-Zeit keine Kontakte zu seinem einzigen Mandanten, dem Mafiaboss Dragan, zu pflegen. Kaum ist wieder Vater-Tochter-Wochenende, nimmt das Schicksal seinen Lauf!

Aber anders als er sich es vorgestellt hatte; gut dass Björn den Achtsamkeitskurs bei Joschka Breitner absolviert hat.

Das Cover ist ein wenig makaber, aber es sagt viel über die Geschichte aus und ist somit perfekt gewählt. Auch die Kapitel sind wirklich in der richtigen Länge, sodass es keine langatmigen oder gar langweiligen Passagen gibt.

Der Schreibstil ist flüssig, humorvoll, sodass der Krimi locker-flockig zu Lesen ist. Alles was nun im Krimi geschieht, geschieht stehts nach den Gesetzen der Achtsamkeit, was für die Schmunzler, den Lachern und dem schwarzen Humor an den richtigen Stellen im Buch sorgt.

Ein wirklich kurzweiliger Krimi. Stets wollte ich wissen was kommt und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie Björn das nächste Problem, die nächste Herausforderung nun lösen will?

Ganz klar: Achtsam!

Ein absolut, humorvoller und kurzweilig und unterhaltsamer Krimi.

Eine klare Leseempfehlung

„Rauhnacht“

v. Vokler Klüpfel & Michel Kobr, erschienen im Piper Verlag

Auch der fünfte Fall ist spannend und unterhaltsam; ein “Klufti“ halt👍

Es ist mein fünfter “Kluftiner-Krimi“ und ich werde nicht müde, sie zu lesen.

Wo rum gehts?:

Kommissar Klftinger gewinnt in einem Preisausschreiben ein Wochenende in einem Wellnesshotel – mit Krimidinner- in den Allgäuer Alpen. Es hätte richtig schön werden können, wenn einerseits nicht auch wieder Fam. Langhammer mit von der Partie wäre und wenn dann nicht ausgerechnet auch noch eine Person stirbt.

Was zunächst wie ein Selbstmord aussieht, entpuppt sich als handfester Mord. Zu allem Übel zieht ein Schneesturm auf und das Hotel ist von der Außenwelt abgeschnitten. Keiner kann rein oder raus, kein Telefon, kein Internet was im Umkehrschluss bedeutet, auch der Mörder oder die Mörderin ist ebenfalls noch im Hotel. Gut dass an diesem Wochenende nur die Krimidinnergesellschaft als Gäste im Hotel sind. Aber die Allgäuer Rauhnächte stehen vor der Tür, worum sich allerhand Geschichten ranken, die die Ermittlungen erschweren.

Turbulent geht es gleich am ersten Abend zu, als eine Person vermisst wird. Die Suche ergibt, dass der Mann in seinem Zimmer ist – allerdings tot. Kommissar Kluftinger wird von der Hotelchefin gebeten die Ermittlungen einstweilen zu übernehmen. Nur zögernd willigt unser Kommissar ein und auch Dr. Langhammer mischt wieder kräftig mit.

Ja die Story gibt es wirklich schon oft: Leute sind in einer Hütte in den Bergen eingeschneit und der Mörder ist noch im Haus. Aber ich finde, dass es auch dieses Mal nur bedingt um den Fall selbst geht, sondern vielmehr sind es wieder Kluftis „Art und Weise“, den Fall zu klären, die Dialoge zwischen den Personen, vor allem zwischen ihm und Dr. Langhammer.

Es ist ein kurzweiliger Krimi, mit allerhand suspekten Personen, und ginge es nach Dr. Langhammer wäre der Täter gleich gefunden, wäre da nicht die Spürnase unseres Kommissars.

Ein kurzweiliger, spannender Allgäu-Krimi, in dem die Autoren es wieder einmal schaffen, mich zu begeistern und dran zu bleiben ohne gelangweilt zu sein. Eine ganz klare Leseempfehlung, gut geeignet für ein Schmunzeln zwischendurch.

Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg

von Oliver Pötzsch, erschienen im Ullstein Verlag

Ein starker und spannender fünfter Teil


Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg ist der fünfte Teil der Henkerstochter-Geschichten. Nun habe ich aus Versehen den falschen Band gelesen. Nun ja, jetzt ist es ebenso. Also zuerst Band 5 und zur gegebenen Zeit dann Band 4 der Henkerstochter-Geschichten.

Worum gehts?

Der Scharfrichter von Schongau, Jakob Kuisl, wird von seinem jüngeren Bruder Bartholomäus, der Scharfrichter zu Bamberg ist, zu dessen Hochzeit nach Bamberg eingeladen. Obwohl die beiden ungleichen Brüder so gut wie keinen Kontakt haben, macht sich die komplette Schongauer Henkersfamilie, zu der auch Simon Fronwieser gehört, auf den Weg. Es ist durchaus eine besondere Hochzeit, denn der Bamberger Scharfrichter durfte damals eine Braut ehelichen, die einem anderen Stand als dem eigenen angehörte. Was war da los in Bamberg?

Schon während der Ankunft geschehen seltsame Dinge in Bamberg und kaum angekommen, befinden sich die Kuisl’s auch schon in den Fall verwickelt. Es wird gemunkelt, daß ein Werwolf in Bamberg sein Unwesen treiben, was Jakob Kuisl stark bezweifelt. Doch die Fakten sprechen erst einmal gegen Jakobs Meinung.

Der Autor schafft es wieder einmal, die historischen, sehr gut recherchierten Fakten in seinen Roman spannend einzuarbeiten. Dabei spannt er von Anfang an, den Spannungsbogen zum Bersten und ich habe auch nach kurzer Zeit einen Verdacht. Wäre da nicht der Autor, der mit Wendungen an den richtigen Stellen mich als Leser erstmal auf eine falsche Fährte lockt. Dies gelingt ihm bravurös. 

Es kommen wirklich viele Charaktere im Roman vor, von denen allerdings kein Einziger auch nur ansatzweise langweilig erscheint. Spannend erzählt Oliver Pötzsch die Geschichte und fesselt mich, sodass ich kaum aufhören kann, weiterzulesen. Der einzige Wermutstropfen ist die Brutalität im Buch. Aber wahrscheinlich war das Leben um 1667 alles andere als ein Zuckerschlecken. Und unter diesen Umständen geht das am Ende in Ordnung. Wirklich gut gefallen hat mir die Darstellungen der einzelnen Charaktere, vor allem der drei Kirchenoberhäupter, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Natürlich gelingt am Ende die Aufklä des Falles, allerdings mit Wendungen, welche ich nicht erwartet hatte und einem  guten Finale, das mich überraschte. 

Wieder ein empfehlenswerter und spannender Henkerstochter-Teil.

„Laienspiel“

v. Volker Klüpfel & Michael Kobr, erschienen im Piper Verlag

Kluftingers vierter, spannender Fall

Schon wieder ein “Kluftinger“? Ja tatsächlich! aber irgendwie bin ich angefixt vom “Klufti“ umd seiner Art und Weise. Auf den ersten Blick erscheint unser Kommisar ein rechter Grantler zu sein. aber man merkt schnell, dass er sein Herz am rechten Fleck hat. er ist eben ein wascheckter Allgäuer.

zur Geschichtedes vierten „Klufzinger-Krimi“:

Lodenbacher, der Chef von Kommissar Kluftinger, tobt. Ausgerechnet bei ihnen im schönen Allgäu hat sich ein Unbekannter auf der Flucht vor der österreichischen Polizei erschossen. Verdacht: Er plante einen terroristischen Anschlag. Bloß wo? Nun muss Kluftinger nicht nur mit Spezialisten des BKA, sondern auch noch mit den Kollegen aus Österreich zusammenarbeiten. “Kruzifis“

Wieder sind es die Schreibweise, die Art und Weise, ihren Hauptprotagonisten grantig aber dennoch liebenswert in Szene zu setzen, die mir hier gefällt und weniger der eigentliche Kriminalfall. die Dialoge zwischen Dr. Langhammer und Kluftinger sind wirklich erfrischend. Natürlich darf die “gute Seele“ im Leben des Kommissars, seine Frau Erika, nicht vergessen werden zu erwähnen. Leicht naiv dargestellt aber sehr fürsorglich und ohne sie wäre der Kommisar Kluftinger völlig aufgeschmissen. Auch wenn sich der Kommissar meistens wieder selbst im Wege steht und sich meistens selbst in hochpeinliche Situationen bringt, ist er der Sympathieträger in der Geschichte.

Dieses Mal bekommt es das Team “Kluftinger“ mit Terroristen zu tun und das ausgerechnet im schönen aber vor allem im “beschaulichen Allgau“ zu tun. Und da dies nicht allein zu schaffen ist, eilt das BKA zu Hilfe, was unseren Kommissar in seiner Gemütlichkeit, seinem beschaulichen Allgäuer Alltag etwas aus der Bahn wirft. aber an Herausforderungen wächst man, auch der Kluftinger..

Mein Fazit:

ich mag den Schreibstil, die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird und ich finde die Geschichte ist bis zum Schluß spannend erzählt und endet in einem kleinen, atemberaubenden Showdown.

Für mich ist es bisher der spannendsde “Kluftinger-Fall“.

„Seegrund“

V. Volker Klüpfel u. Michael Kobr, erschienen im Piper Verlag

A bitzle enttäuschend

Es ist nicht nur der dritte “Kluftinger-Roman“ aus der Feder von Klüpfel und Kobr sondern auch mein dritter Kluftinger. waren die ersten beiden noch relativ humorvoll und spritzig, so empfand ich „Seegrund““ eher langatmig und die Story wenig fesselnd.

Aber zuerst zur Story:

Kriminalhauptkommissar Kluftinger verbringt gemeinsam mit seiner Familie einen Sonntag Nachmittag. Doch als sie am Alatsee, um den sich seit Ur-Zeiten dubiose und allerhand geheimnisvolle Geschichten ranken, einen vermeintlich toten Taucher finden, sieht sich der Kommissar sofort in der Pflicht, auch am Sonntag zu arbeiten. Er schickt die Familie nach Hause und beginnt, erste Spuren zu sichern. Dabei bemerkt er, dass der Taucher noch lebt und dass er in den Zuständigkeitsbereich der Füssener Polizei „eingedrungen“ ist. Schnell erscheint Kommissarin Friedel Marx, die darauf besteht, an dem Fall mitzuarbeiten. Zu Kluftingers Ärger reißt die sehr emanzipierte und kettenrauchende Kollegin die Ermittlungen förmlich an sich.

Das klingt dann doch auf den ersten Blick ganz spannend. Warum war der Taucher im Alatsee, wo es doch schon seit ewigen Zeiten verboten ist, darin zu tauchen, wer hat ihn verletzt und was wollte er allein da oben in der Einsamkeit? Fragen über Fragen.

Obwohl der Schreibstil wieder flüssig ist, sich gut lesen lässt, und auch an den richtigen Stellen die Pointen fallen, fehlt es dem Roman aus meiner Sicht an der richtigen Spannung. er schwurbelt halt so dahin, kann mich aber nicht mitnehmen. es gelingt den Autoren nicht, mich zu begeistern.

Aus meiner Sicht sind zu viele kleine Schauplätze im Roman, die mehr ablenken als dass sie dem Roman gut tun und der eigentliche Fall dümpelt dahin.

Letztendlich kann Kluftiger zusammen mit seinem Team, den Mordfall, der keiner ist, in einem doch mittelgroßen Showdown, den Fall lösen. Zefix!