„Ein Wochenende“

von Charlotte Wood, erschienen im Kein & Aber Verlag, übersetzt aus dem australischen Englisch von Brigitte Walitzek

Ein unterhaltsamer Roman über Freundschaft, die auf die Probe gestellt wird

Ein Roman über vier Freundinnen. Jude, Wendy, Adele und Silvie. Und es ist definitiv kein „Frauenbuch“, auch wenn es um vier Freundinnen geht. Es ist ein Buch für uns alle.

Ja man erfährt eine ganze Menge über Frauen, aber vielmehr noch erfahren wir hier in dem Buch von Charlotte Wood viel über die Freundschaft.

Eine Freundschaft, die seit über vierzig Jahren anhält, und nun müssen drei von ihnen sich treffen um das Strandhaus der verstorbenen Silvie für den Verkauf zu entrümpeln.

Silvie war auch diejenige, die diese Freundschaft solange zusammengehalten hat. Aber nun ist Silvie gestorben und langsam bricht nun diese Freundschaft Stück für Stück auf sehr brachiale Art und Weise auseinander.

Dramatisch aber durchaus mit Witz erzählt Charlotte Wood in ihrem Buch von diesem „Entrümpelungswochenende“ und dies tut sie, sehr clever, aus den drei unterschiedlichen Perspektiven der drei verbliebenen Frauen.

Die Frage die sich wirklich stellt ist: „was ist Freundschaft eigentlich wert und wie erhält man diese?“

Es ist eine Geschichte, die die Freundschaft auf die Probe stellt. Die vier Freundinnen sind, bevor Silvie gestorben ist, zusammen durch dick und dünn gegangen. Aber nur durch Silvies Art und Weise haben sie gar nicht gemerkt, wie sie sich gegenseitig aufreiben, wie sie die Macken und Kanten der anderen extrem genervt haben. 

Aber wer sind diese drei Frauen um die 70 überhaupt. 

Da ist Adele, eine Schauspielerin ohne Engagement, die von ihrer lesbischen Freundin gerade verlassen wurde. 

Die Zweite ist Jude, eine erfolgreiche Gastronomin, die seit vierzig Jahren mit einem verheirateten Mann ein Verhältnis hat und immer noch glaubt, er würde seine Frau für sie verlassen.

Und dann ist da noch die Dritte im Bunde: Wendy, eine erfolgreiche Autorin, für die Schreiben immer wichtiger war als Familie und Kinder und sie hat einen extrem kranken und ewig sabbernden Hund dabei, was alle extrem an diesem Wochenende gewaltig nervt und das Fass zum überlaufen bringt.

Der Ärger ist also vorprogrammiert und es knallt an allen Ecken. Aber man sieht daran sehr gut, dass eben gerade in Freundschaften nicht immer nur Sonnenschein herrscht, sondern das es harte Arbeit ist eine Freundschaft am Leben zu erhalten. 

Ein unterhaltsamer Roman, von Freundschaft, der aus meiner Sicht dadurch besticht, dass man die Frauen jeweils durch die drei verschiedenen Perspektiven der einzelnen Frauen betrachtet kann. Es gibt absurde Szenen, die aber doch, beim genaueren Hinschauen wirklich dicht am Leben dran sind. Und nun müssen die drei Freundinnen teilweise mit Humor, aber auch mit Wehmut und Verzweiflung das Wochenende zusammen überstehen.

Aber trotz oder gerade wegen den vielen lächerlichen Unzulänglichkeiten, den eigenen Eitelkeiten und dem ständig sabbernden Hund droht das ganze Unterfangen kläglich zu scheitern. 

Ein unterhaltsames, kurzweiliges Buch mit einer Botschaft über die Freundschaft.

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