„Der große Sommer“

Von Ewald Arenz, erschienen im Dumont Verlag

Ein leiser, aber ganz bezaubernder Roman

Vielen Dank an Netgalley, für das Rezensionsexemplar. 

Nach „Alte Sorten“ ist Ewald Arenz mit „ Der große Sommer“ wieder ein ganz bezaubernder und hinreißender Roman gelungen. 

Das Cover ist mehr als gelungen und passt phantastisch und perfekt zum Roman. Die fesselnde Schreibweise des Autors zieht mich nach wenigen Seiten wieder in seinen Bann. Es ist diese erstaunliche Leichtigkeit mit der Ewald Arenz im Rückblick die Geschichte von Friedrich erzählt. Eine Leichtigkeit, die mich beschwingt auf eine Zeitreise zurück in die Jugendzeit mitnimmt. 

Friedrich fällt zum zweiten Mal in der Schule durch und hat nun die letzte Chance auf eine Nachprüfung in Latein und Mathe. Dafür darf er nun aber nicht mit seiner Familie in den Urlaub, sondern muss stattdessen die Sommerferien bei den Großeltern verbringen um zu lernen. 

Es ist dieser eine Sommer, den wir vielleicht alle schon einmal erlebt haben. Dieser eine Sommer, der soviel mit uns gemacht hat, in dem wir soviel unvergessliches und emotionales erlebt haben. Dieser eine Sommer, der uns dahin gebracht hat, wo wir Heute stehen.

Einfühlsam und leise nimmt uns der Autor mit in die (vielleicht eigene) Vergangenheit. Ewald Arenz gelingt es hier, mich mit seiner Sprache so zu berühren, dass ich die verschiedenen Stimmungen in den beschriebenen Momenten so sehr nachempfinden kann, dass ich Raum und Zeit vergesse und komplett in die Geschichte eintauche. Ich bin ein Teil davon. Ich spüre den Hauch des Sommerwindes, rieche den Duft der Robinie und erlebe das Gefühl der unbeschwerten Jugend erneut. Phänomenal. 

Ewald Arenz weiß mit den richtigen Worten umzugehen, und lässt mich daran teilhaben: 

„ Aber dieser dunkelgrün-bittere Geruch der Kastanienblätter machte die helle Süße der Lindenblüten noch intensiver“. 

Es ist eine bewegende Geschichte von Vertrauen, von Ehrlichkeit, der großen Liebe, von Freundschaft und Enttäuschung und mit den Emotionen, die man als Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden eben durchlebt.

Ewald Arenz erweckt durch seine großartigen Protagonisten ganz tiefe Gefühle, an die ich mich so gerne erinnere und die lange im Verborgenen geschlummert haben. Ich habe die Protagonisten allesamt sofort in mein Herzgeschlossen, anders geht es gar nicht.  

Der Hauptprotagonisten Friedrich tat mir am Anfang zunächst leid, da er die gesamten sechs Wochen seiner Sommerferien bei den Großeltern verbringen „darf“; die Großmutter, die er liebevoll „Nana“ nennt und der Großvater, vor dem er zunächst Angst hat. Aber mit jeder Seite des Buches wird mir klarer, dass in dieser Zeit etwas ganz wunderbares mit Friedrich geschieht. 

Es werden die wohl lehrreichsten und vielleicht auch die schwersten und doch zugleich die schönsten Sommerferien seines Lebens. 

Diese Zeit erlebt Friedrich natürlich nicht allein, denn an seiner Seite sind noch seine Schwester Alma, sein bester Freund Johannes und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. 

Ewald Arenz gelingt wieder ein sehr beeindruckender, emotionaler Roman, der mit sehr leiser aber sehr starker Sprache absolut überzeugt. Ein Buch das mir meine Jugendzeit vor Augen hält und mich gerührt und glücklich zurück lässt. Eine absolute Leseempfehlung.

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