„Das Gerücht“

von Lesley Kara, erschienen im dtv-Verlag, übersetzt von Britta Mümmler

Spannender Debütroman

„Ein mitreißendes Debüt“ so titelt die Daily Mail, der Sunday Mirror schreibt „ein fantastisches Buch“ und ja, ich kann mich da anschließen. In der Tat, ein wirklich spannender Roman, den ich so nicht erwartet habe.

Lesley Kara hat als Krankenschwester und Sekretärin gearbeitet, Englisch studiert, eine Zusatzausbildung zur Lehrerin gemacht und als Dozentin und Managerin im Bereich Further Education gearbeitet. UND…. sie hat diesen Roman geschrieben.

Kurz zur Geschichte: Die alleinerziehende Joanna zieht mit ihrem kleinen Sohn Alfie in eine englische Kleinstadt am Meer und hier herrscht zunächst absolute Idylle, bis sie eines Tages ein Gerücht aufschnappt. Die Kindermörderin Sally McGowan soll unter anderem Namen in dieser Kleinstadt leben. Joanna erzählt anderen Müttern von diesem Gerücht und ahnt nicht, was sie damit in Gang setzt.

Lesley Kara gelingt mit ihrem Debütroman wirklich Großartiges. Wie oben beschrieben, geschieht hier im Roman nicht „allzu viel“ – lediglich wird nur ein Gerücht in die Welt gesetzt. Aber das reicht definitiv aus. Die Autorin schafft es von der ersten Seite an, einen wirklich hervorragenden Spannungsbogen parat zu haben. Der Schreibstil ist flüssig und verliert sich nie in Wirrungen und bleibt stets klar und nachvollziehbar. Die Geschichte an sich ist zwar einfach aber von Seite zu Seite schafft die Autorin die Spannung nicht nur zu halten, sondern zu steigern. Und das kraftvoll, effektiv und mit Liebe zum Detail, ohne dabei zu weit abzuschweifen oder gar langweilig zu werden. Die Charaktere im Buch sind alle ziemlich undurchsichtig und unscheinbar und bleiben bis zum Ende „verdächtig“ oder auch nicht, weil wir immer nur Bruchteile ihrer Geschichte mit der Salamitaktik erfahren, was mich stets zum Weiterlesen gezwungen hat. Ich konnte/wollte weder aufhören zu lesen, noch das Buch aus der Hand legen. Joanna, die Hauptprotagonistin im Buch ist klar dargestellt und eigentlich die nette Nachbarin von Nebenan. So wie alle Nachbarn im Buch. Alle sind mir irgendwie bekannt, vertraut und ich erkenne mich selbst in dem einen oder anderen Nachbarn, oder ich erkenne einen meiner Nachbarn im Buch. Normale Leut‘ halt. Aber im Laufe der Geschichte macht der Roman etwas mit mir. Ich werde misstrauischer, fühle eine Bedrohung im Roman und schlage mich immer öfter auf die eine oder andere Seite. Mein Pulsschlag erhöht sich, aber plötzlich wendet sich die Geschichte und ich liege völlig falsch. Wie konnte ich mich so täuschen? oder doch nicht? Sind meine Vermutungen und Verdächtigungen richtig und/oder berechtigt oder völlig falsch?

Und dann ertappe ich mich und muss mich an meiner eigenen Nase packen, dass ich auch schon mal an einer Verbreitung eines Gerüchtes beteiligt gewesen bin. Ebenso wie in diesem Buch, nur ohne diese Auswirkungen. Glück gehabt.

Jede Seite dieses Roman ist gefüllt mit Spannung und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich bedroht fühle. Ich fühle mit den Protagonisten im Buch mit, rege mich auf und verurteile, werde ein Teil der Geschichte und will helfen. Die Autorin schafft es den Spannungsbogen bis zum Zerreissen zu spannen und dann gipfelt die Geschichte mit Wendungen, die mich sprachlos und etwas geschockt zurück lassen.

Die Geschichte zeigt mir, wie gefährlich es sein kann, wenn ich ein kleines Gerücht, völlig unbedarft weiter tratsche. Wir sollten alle etwas besser darauf achten, was wir wann und vor allem wem erzählen……Aus meiner Sicht ein wirklich spannender, aufregender und absolut lesenswerter Roman! Eine klare Leseempfehlung und für mich ein Highlight dieses Genres in 2020!

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